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Begegnungen mit Christen, Juden und Palästinensern
Evangelische Kirchengemeinde Gedern bietet achttägige Reise nach Israel an.
07.02.2012 - GEDERN
Gedern (ahe). Die evangelische Kirchengemeinde Gedern bietet für maximal 16 Jugendliche im Alter von 15 bis 21 Jahren aus der Kernstadt Gedern vom 7. bis 14. Juni eine Reise nach Israel an. Betreut wird die Gruppe von Pfarrer Kurt Johann und der Jugendbeauftragten Anke Merth. Die Jugendlichen werden auf dieser Rundreise unter anderem große kirchliche Friedensprojekte im Nahen Osten sowie arabische Christen, Juden und Palästinenser kennen lernen.
„Durch verschiedene Projekte in Gedern, die sich mit dem Dritten Reich beschäftigen, kommt immer wieder die Frage auf, warum man 70 Jahre nach hinten schaut und die Geschichte nicht ruhen lässt. Rechtsradikale Gruppen versuchen immer wieder, Jugendliche in Gedern zu gewinnen. Auf Schulhöfen werden Faltblätter verteilt, die rassistische und fremdenfeindliche Inhalte verbreiten“, berichtete Johann. Jugendliche hätten oft nicht das Wissen und die Kompetenz, darauf angemessen zu reagieren. „Wir möchten in der Jugendarbeit langfristig und nachhaltig Multiplikatoren weiterbilden, um mit ihnen gegen gesellschaftliche Ungerechtigkeiten einzutreten“, erklärte Johann. Bewusst zu erleben, wie verschiedene Kulturen und Religionen voneinander lernten und miteinander lebten, sei dabei von großer Bedeutung.
In Israel werden die Reiseteilnehmer Projekte kennen lernen, in denen sich Menschen für andere Nationalitäten, Kulturen und Religionen einsetzen. „Durch diese Begegnung möchten wir einen nachhaltigen Impuls für einen stabilen Gruppenprozess im Jugend-Café setzen“, sagte der Pfarrer. Die evangelische Kirchengemeinde Gedern hat nämlich ein Jugend-Café ins Leben gerufen, in dem mit Jugendlichen gesellschaftliche Ungerechtigkeiten reflektiert werden sollen.
„Wir möchten einen Prozess des Umdenkens in der Gesellschaft fördern. Denn die Interessen der Not leidenden und um ihr Recht kämpfenden Menschen benötigen Multiplikatoren“, erklärte Anke Merth, Jugendbeauftragte der evangelischen Kirchengemeinde Gedern. Der Austausch in Israel über Themen wie Krieg, Vertreibung und Bemühungen um Frieden vor Ort soll dazu beitragen, dass Sicht- und Handlungsweisen überdacht werden.
In zwei Workshops werden sich die Gederner Jugendlichen auf die Israel-Reise vorbereiten. Sie werden sich über die Geschichte und Geografie des Landes sowie über die Gruppen und die Situationen informieren, denen sie begegnen werden. Außerdem werden sie sich mit der Rolle der Kirchen im Gastland und der Bedeutung von Krieg und Gewalt im Alltag der Jugendlichen vor Ort beschäftigen.
Friedensdorf
Nach der Ankunft auf dem Flughafen von Tel Aviv am 7. Juni wird ein Bus die Reisegruppe zum Hotel in Bethlehem bringen. Auf dem Programm stehen zunächst der Besuch der Geburtskirche, der Grotten und des Hirtenfeldes sowie Begegnungen mit israelischen und palästinensischen Jugendlichen in Bethlehem. Außerdem werden die Gederner das Projekt „Lifegate“ zur Rehabilitation behinderter Jugendlicher kennen lernen. Eine Fahrt zur herodianischen Felsenfeste Masada mit Besichtigung der Paläste, Badeanlagen und Zisternen sowie der Ruinen von Qumran und Badespaß im Toten Meer ist ebenfalls geplant.
Die Gruppe wird in Neve Shalom, einem Friedensdorf, in dem Juden und Araber zusammen leben, lernen und arbeiten, jüdischen und arabischen Jugendlichen begegnen. Zudem stehen eine Fahrt zum „Berg der Bergpredigt“ und eine Fahrt nach Tabgha, dem Ort der wunderbaren Brotvermehrung, sowie der Besuch von Kafarnaum, der „Stadt Jesu“, an. Dazu kommen Ausflüge zum Misttor und Tempelplatz, zum Felsendom und zur El-Aksa-Moschee, zur Klagemauer, der „Via Dolorosa“ und der „Anastasis“ (Grabeskirche) mit Golgota, dem heiligen Grab und der Kreuzauffindungsgrotte. Den Abschluss der Reise bildet eine Fahrt in die Neustadt Jerusalems mit Besuch des Israel-Museums.
Die Teilnahme kostet inklusive Flug, Halbpension und Eintrittsgeldern 840 Euro. Weitere Informationen und die Möglichkeit, sich anzumelden, gibt es bei der evangelischen Kirchengemeinde Gedern unter der Rufnummer 06045/1205. Anmeldeschluss ist der 29. Februar.

Anke Merth und Pfarrer Kurt Johann werden die Jugendlichen
aus Gedern während der Israel-Reise begleiten. Foto: Hennecke
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