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Unser "Te Deum" (Herr Gott, Dich loben wir) | | | | | | | Tonlage fis | | Tonlage h | | | | |
Soli
de Gloria
(Allein Gott zur Ehre)
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Vater
Unser Glocke
Taufglocke
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| Wochentag |
07.30 |
Uhr |
Glocke |
2 |
5
Min |
täglich |
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12.00 |
Uhr |
Glocke |
2 |
5
Min |
täglich |
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20.00 |
Uhr |
Glocke |
2 |
5
Min |
täglich |
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| Samstag |
18.00 |
Uhr |
Glocken |
1-3 |
10
Min |
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| Sonntag |
08.30 |
Uhr |
Glocke |
2 |
5
Min |
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09.00 |
Uhr |
Glocke |
2 |
5
Min |
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18.00 |
Uhr |
Glocken |
1-3 |
10
Min |
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| Neujahr
01.01. |
00.00 |
Uhr |
Glocken |
1-3 |
30
Min |
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| Gründonnerstag |
18.00 |
Uhr |
Glocken |
1-3 |
10
Min |
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| Kafreitag |
08.30 |
Uhr |
Glocke |
2 |
5
Min |
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09.00 |
Uhr |
Glocke |
2 |
5
Min |
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18.00 |
Uhr |
Glocken |
1-3 |
10
Min |
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| Ostersonntag |
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| kein
Läuten |
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| Ostermontag |
08.30 |
Uhr |
Glocke |
2 |
5
Min |
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09.00 |
Uhr |
Glocke |
2 |
5
Min |
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18.00 |
Uhr |
Glocken |
1-3 |
10
Min |
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| Vorabend
zu Christi Himmelfahrt |
18.00 |
Uhr |
Glocken |
1-3 |
10
Min |
Mittwoch |
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| Christi
Himmelfahrt |
18.00 |
Uhr |
Glocken |
1-3 |
10
Min |
Donnerstag |
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| Pfingstsonntag |
08.30 |
Uhr |
Glocke |
2 |
5
Min |
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09.00 |
Uhr |
Glocke |
2 |
5
Min |
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18.00 |
Uhr |
Glocken |
1-3 |
10
Min |
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| Weihnachten,
25.+26. |
08.30 |
Uhr |
Glocke |
2 |
5
Min |
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09.00 |
Uhr |
Glocke |
2 |
5
Min |
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18.00 |
Uhr |
Glocken |
1-3 |
5
Min |
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Besonderes
Läuten
Trauungen:
10
Minuten vor Beginn der Trauung Glocke Nr. 1+2+3
Taufen:
Taufhandlung am Taufbecken Glocke Nr. 3
Vater
Unser:
Glocke
Nr. 2
Beerdigung:
Vorabend 18:01 4 Minuten Glocke Nr. 2, 8 Minuten
Glocken1+2+3.
Tag der Beerdigung eine halbe Stunde vor Beginn der Trauerfeier
5 Minuten Glocke Nr. 2, 25 Minuten nach Beginn der Trauerfeier
15 Minuten Glocke Nr. 1+2+3
nach oben Geschichtliches in Kurzform Unsere Kirchenglocken. Baujahr 1814 Ton h durchmesser 80 cm kg 310 Friedrich Otto in Giesen Baujahr 1833 Ton a durchmesser 88 cm kg 412 Friedrich Otto in Gießen Baujahr 1721 Ton fis durchmesser 111 cm kg 853 Johann Peter Bach in Hungen 2 Bronceglocken wurden am 17.07.1917 an das Kriegsministerium, Abteilung Metall Mobilmachungsstelle in Berlin SW 48 abgliefert. 2 neue Glocken am 26.09.1920 eingeweiht. gegossen von F. W. Rinker aus Sinn Baujahr 1920 Ton fis d 92 kg 440 Baujahr 1920 Ton h d 78 kg 260  Es
handelt sich hier um die erste Glockenerneuerung.
2 Bronceglocken am 15.10.1942 abgeliefert an das Reichswirtschaftsministerium 1 Glocke Baujahr 1721 wurde auch eingezogen aber wieder zurückgebracht. Rückführung der beiden Glocken am 23.06.1947 Die beiden zurückgelieferten Glcoken von 1920 paßten nicht in der Tonlage. Es werden 2 neue Glocken gegossen.
Ton
a 930 mm kg 438 Gebrüder Bacher aus Kochendorf
Ton
h 830 mm kg 308 dito
 Dieses
Bild zeigt unseren Dekan Knierriem.
Dies
linke große Glocke ist die älteste aus dem Jahre
1721. Die anderen sind im moment nicht bekannt. Ob
es sich hierbei um den Abtransport handelt läßt
sich nur an dem Gesichtsausdruck des Dekans vermuten,
nach oben Kreisanzeiger vom 11.03.1957 Feierlicher Einzug der neuen Glocken in Gedern Am Freitag erhielt die Gederner evangelische Kirchengemeinde ihre beiden neuen Glocken und damit seit genau 15 Jahren wieder ein schönes volles Geläute. Bei dem Glockenguss vor einer Woche bei der Firma Gebr. Bachert In Kochendorf, der In würdevoller Form begangen wurde, waren bereits viele Gemeindeglieder anwesend.  Nach der Ankunft der beiden Glocken, die in dankenswerter Weise von der Fa. Wilhelm Rullmann kostenlos in der Gießerei abgeholt wurden, wurde der Wagen und die Glocken festlich mit Tannengrün geschmückt. Bei der Begrüßung am Eingang der Stadt war die Bevölkerung Gederns sehr zahlreich vertreten. Nach dem Glockenlied des Schülerchores der Volksschule unter Leitung von Lehrer Fernges sprach Hiltrud Oberheim den Prolog. Der 1. Stadtrat Hermann Diehl begrüßte die Glocken im Namen der Stadt und gab seiner Freude über dem nun wieder vollen Geläute beredten Ausdruck. Er sprach die Hoffnung aus, dass die neuen Glocken allezeit wahre Friedensglocken bleiben mögen. In seiner Begrüßungsansprache betonte Dekan Knieriem besonders die Freude der Gemeinde und schickte dann die beiden Glocken auf ihre stumme Fahrt durch alle Straßen der Stadt, über deren Dächer sie ihre ehernen Zungen erklingen lassen werden. Auf ihrer Fahrt in die Stadt wurden die Glocken durch das 1 ½ stündige Läuten der aus dem Jahr 1721 stammenden großen Schwester begleitet. Überall säumten viele Bürger den Weg der Glocken. Das neue Geläut trägt die fachmännische Bezeichnung Te-Deum-Geläut. Zu der alten etwa 17 Zentner schweren großen Glocke, die auch in Jahr 1942 abgeliefert werden musste, aber wegen ihres Alters nicht zur Einschmelzung kam, sind nun eine A Glocke mit 438 kg und eine H Glocke mit 308 kg gekommen. Gleichzeitig wird eine elektrische Läutanlage eingebaut Die Gesamtkosten der Anschaffungen betragen etwa 9000 DM, von denen ungefähr 6000 DM durch Spenden aufgebracht wurden. Die Stadt gibt einen Zuschuss von 3000 DM. Die Glockenweihe findet am Sonntag 17. März, durch Propst Weinberger statt. | | Dekan Knieriem | Bürgermeister Merkel | Am Freitagabend fand vor der alten Volksschule die eigentliche Begrüßungsfeier statt, an der eine vielhundertköpfige Gemeinde teilnahm. Durch den Posaunenchor und den Gesangverein Liederkrans der den Männerchor „Das ist der Tag des Herrn“ sang, wurde die Feierlichkeit würdig umrahmt. Magdalene Traub trug das Gedicht „Der Glockenguss“ vor. Dekan Knieriem erwähnte in seiner Ansprache, dass er vor genau 15 Jahren ebenfalls zwischen zwei Glocken gestanden habe um Abschied zu nehmen. Er dankte vor allem all den vielen Spendern, die zu der schnellen Anschaffung beigetragen haben, und teilte mit, dass die größere der beiden neuen Glocken den Namen „Friedensglocke“ erhalten solle und an die Stell der aus dem Jahre 1920 stammenden jetzt eingeschmolzenen Gedächtnisglocke treten solle. Sie trägt die Inschrift: „Er ist unser Friede“. Die Inschrift der kleinen Glocke lautet: „Land, Land, Land, höre des Herren Wort“. Bürgermeister Merkel sprach die Grußworte der Stadt und wünschte, dass die Glocken allezeit Frieden verkünden mögen. Prediger Hoof der evangelischen freikirchlichen Gemeinde Gedern überbrachte deren Grüße und guten Wünsche und Pfarrer Schwalbach wünschte namens der katholischen Kirchengemeinde, dass die Glocken nicht nur in die Ohren der Bürger, sondern auch in ihre Herzen klingen mögen. nach oben Kreisanzeiger vom 20.03.1957 Feierliche Glockenweihe in Gedern Gedern (hl). Am Sonntagvormittag wurden die beiden neuen Glocken der evangelischen Kirchengemeinde Gedern im Rahmen eines Festgottesdienstes eingeweiht, bei dem Propst Weinberger die Festpredigt hielt. Der Posaunenchor, der Kirchenchor sowie der Männerchor und der Gemischte Chor des Gesangvereins „Liederkrans“ wirkten bei den Einweihungsfeierlichkeiten mit. Dekan Knierriem, der die Liturgie des Festgottesdienstes hielt, begann diese mit den Inschriften der beiden neuen Glocken „0 Land, Land, Land höre des Herren Wort, denn er ist unser Friede“. In der Festpredigt sprach Propst Weinberger über Kapitel II, Vers 14 des Epheserbrief es „Er ist unser Friede“, die Inschrift der größeren der beiden neuen Glocken. Eingangs hob er hervor, dass nun durch die Anschaffung der beiden neuen Glocken die Lücke, die der Krieg in das Geläute der Gederner Kirche gerissen hatte, wieder geschlossen werden konnte. Er dankte allen Gemeindegliedern für ihre Opferfreudigkeit, wobei er betonte, dass vor allem Gott Dank für die glückliche Vollendung dieses Werkes in Frieden gebühre. Die Inschrift der großen neuen Glocke ,,Er ist unser Friede“ sei mit gutem Bedacht gewählt worden, denn der Friede sei nicht etwas Selbstverständliches, er sei auch nicht nur eine politisch - militärische Frage, sondern letzten Endes eine religiöse Frage, eine Frage nach dem lebendigen Gott. Propst Weinberger sagte, es habe einen tiefen, guten Sinn, dass die neuen Glocken ihren ersten Dienst in der Passionszeit beginnen und die Gemeinde zur Sammlung und Einkehr unter dem Kreuz Christi aufrufen. Neben dem Dienst im Gesamtgeläute sei es die Aufgabe der Friedensglocke, mittags und abends zum Gebet und zur besinnlichen Andacht zu rufen, die gerade in unserer schnelllebigen Zeit nötig seien. Er ermahnte die sehr zahlreiche Gemeinde, bei dem Geläute der neuen Glocken innere Einkehr zu halten und auch eine innere Erneuerung zu beginnen, denn der Friede beginne nicht irgendwo draußen in der weiten Welt, er beginne bereits in der Gemeinde, in der Nachbarschaft, unter unseren Dächern und in unseren Herzen. Dekan Knierriem begrüßte in seiner anschließenden Ansprache den Patron der Gedener Kirche, S. D. Botho Fürst zu Stolberg-Wernigerode, und den Vorsitzenden der Dekanatesynode, Straßenbauoberinspektor Rückert, Schotten. In herzlichen Worten dankte er den vielen opfer-freudigen Spendern, insbesondere der Stadt Gedern, die mit einer Spende von 3000 DM zur Anschaffung der neuen Glocken beigetragen hat. Er teilte der Gemeinde mit, dass von der Nachbargemeinde Mittel-Seemen und von Familie Wirth aus Amerika Grußworte zur Einweihung der Glocken eingegangen seien. S. D. Botho Fürst zu Stolberg-Wernigerode gab seiner aufrichtigen, tiefen Freude über das neue volle Geläute Ausdruck und lobte es besonders, dass nun, schon kurz nach dem Bau des schmucken Gemeindehauses, die beiden neuen Glocken angeschafft werden konnten, Er sprach den Wunsch aus, dass die Glocken jeden einzelnen Bürger, wo immer er sie auch vernehmen möge, zu innerer Einkehr und zur Besinnung ermahnen mögen und an das erinnern, was wahrhaftig groß und wertvoll sei. Er übergab der Kirche gleichzeitig eine Spende. Das Grußwort der Dekanaissynode überbrachte Straßenbauoberinspektor Rückert, Schotten. Bei der Einweihung selbst, die nach dem großartig vorgetragenen Männerchor „Die Himmel rühmen“ mit Orgelbegleitung von Propst Weinberger vorgenommen wurde, sprach er jede Glocke einzeln an, worauf diese nach der Verlesung der Inschrift kurze Zeit läutete. Die neue kleine Glocke, die an die Stelle der Gedächtnisglocke aus dem Jahr 1920 getreten ist, da diese für das neue Geläute nicht mehr brauchbar war, trägt die Inschrift ,0 Land, Land, Land höre des Herren Wort“. Auf der größeren neuen Glocke stehen die Worte „Er ist unser Friede“, es ist die Friedenaglocke. Die große Glocke aus dem Jahr 1721, die im Krieg ebenfalls abgeliefert werden musste, wegen ihres hohen Alters aber nicht zur Einschmelzung kam und 1947 zurückkehrte, trägt die lateinische Inschrift ,,Soli Deo Gloria“ („Allein Gott zur Ehre“). Es war für alle Gemeindeglieder, ja für alle Gederner ein eindrucksvoller und würdiger Augenblick, als von dem jahrhundertealten Turm seit 15 Jahren erstmals wieder das volle Geläute ertönte, und die Gemeinde stimmte dankbaren Herzens mit dem Choral „Nun danket alle Gott“ in das eherne Geläute ein. Auf dem Heimweg von diesem denkwürdigen Festgottesdienst begleitete das Geläut dar Glocken eine frohe Gemeinde. nach oben Das Lied von der Glocke  Friedrich Schiller Das Lied von der Glocke Vivos voco Mortuos plango Fulgura frango Fest gemauert in der Erden Steht die Form, aus Lehm gebrannt. Heute muß die Glocke werden. Frisch Gesellen, seid zur Hand. Von der Stirne heiß Rinnen muß der Schweiß, Soll das Werk den Meister loben, Doch der Segen kommt von oben. Zum Werke, daß wir ernst bereiten, Geziemt sich wohl ein ernstes Wort; Wenn gute Reden sie begleiten, Dann fließt die Arbeit munter fort. So laßt uns jetzt mit Fleiß betrachten, Was durch die schwache Kraft entspringt, Den schlechten Mann muß man verachten, Der nie bedacht, was er vollbringt. Das ist's ja, was den Menschen zieret, Und dazu ward ihm der Verstand, Daß er im innern Herzen spüret, Was er erschafft mit seiner Hand. Nehmet Holz vom Fichtenstamme, Doch recht trocken laßt es sein, Daß die eingepreßte Flamme Schlage zu dem Schwalch hinein. Kocht des Kupfers Brei, Schnell das Zinn herbei, Daß die zähe Glockenspeise Fließe nach der rechten Weise. Was in des Dammes tiefer Grube Die Hand mit Feuers Hülfe baut, Hoch auf des Turmes Glockenstube Da wird es von uns zeugen laut. Noch dauern wird's in späten Tagen Und rühren vieler Menschen Ohr Und wird mit dem Betrübten klagen Und stimmen zu der Andacht Chor. Was unten tief dem Erdensohne Das wechselnde Verhängnis bringt, Das schlägt an die metallne Krone, Die es erbaulich weiterklingt. Weiße Blasen seh ich springen, Wohl! Die Massen sind im Fluß. Laßt's mit Aschensalz durchdringen, Das befördert schnell den Guß. Auch von Schaume rein Muß die Mischung sein, Daß vom reinlichen Metalle Rein und voll die Stimme schalle. Denn mit der Freude Feierklange Begrüßt sie das geliebte Kind Auf seines Lebens erstem Gange, Den es in Schlafes Arm beginnt; Ihm ruhen noch im Zeitenschoße Die schwarzen und die heitern Lose, Der Mutterliebe zarte Sorgen Bewachen seinen goldnen Morgen. - Die Jahre fliehen pfeilgeschwind. Vom Mädchen reißt sich stolz der Knabe, Er stürmt ins Leben wild hinaus, Durchmißt die Welt am Wanderstabe. Fremd kehrt er heim ins Vaterhaus, Und herrlich, in der Jugend Prangen, Wie ein Gebild aus Himmelshöhn, Mit züchtigen, verschämten Wangen Sieht er die Jungfrau vor sich stehn. Da faßt ein namenloses Sehnen Des Jünglings Herz, er irrt allein, Aus seinen Augen brechen Tränen, Er flieht der Brüder wilden Reihn. Errötend folgt er ihren Spuren Und ist von ihrem Gruß beglückt, Das Schönste sucht er auf den Fluren, Womit er seine Liebe schmückt. O! zarte Sehnsucht, süßes Hoffen, Der ersten Liebe goldne Zeit, Das Auge sieht den Himmel offen, Es schwelgt das Herz in Seligkeit. O! daß sie ewig grünen bliebe, Die schöne Zeit der jungen Liebe! Wie sich schon die Pfeifen bräunen! Dieses Stäbchen tauch ich ein, Sehn wir's überglast erscheinen, Wird's zum Gusse zeitig sein. Jetzt, Gesellen, frisch! Prüft mir das Gemisch, Ob das Spröde mit dem Weichen Sich vereint zum guten Zeichen. Denn wo das Strenge mit dem Zarten, Wo Starkes sich und Mildes paarten, Da gibt es einen guten Klang. Drum prüfe, wer sich ewig bindet, Ob sich das Herz zum Herzen findet! Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang. Lieblich in der Bräute Locken Spielt der jungfräuliche Kranz, Wenn die hellen Kirchenglocken Laden zu des Festes Glanz. Ach! des Lebens schönste Feier Endigt auch den Lebensmai, Mit dem Gürtel, mit dem Schleier Reißt der schöne Wahn entzwei. Die Leidenschaft flieht! Die Liebe muß bleiben, Die Blume verblüht, Die Frucht muß treiben. Der Mann muß hinaus Ins feindliche Leben, Muß wirken und streben Und pflanzen und schaffen, Erlisten, erraffen, Muß wetten und wagen, Das Glück zu erjagen. Da strömet herbei die unendliche Gabe, Es füllt sich der Speicher mit köstlicher Habe, Die Räume wachsen, es dehnt sich das Haus. Und drinnen waltet Die züchtige Hausfrau, Die Mutter der Kinder, Und herrschet weise Im häuslichen Kreise, Und lehret die Mädchen Und wehret den Knaben, Und reget ohn Ende Die fleißigen Hände, Und mehrt den Gewinn Mit ordnendem Sinn. Und füllet mit Schätzen die duftenden Laden, Und dreht um die schnurrende Spindel den Faden, Und sammelt im reinlich geglätteten Schrein Die schimmernde Wolle, den schneeigten Lein, Und füget zum Guten den Glanz und den Schimmer, Und ruhet nimmer. Und der Vater mit frohem Blick Von des Hauses weitschauendem Giebel Überzählet sein blühendes Glück, Siehet der Pfosten ragende Bäume Und der Scheunen gefüllte Räume Und die Speicher, vom Segen gebogen, Und des Kornes bewegte Wogen, Rühmt sich mit stolzem Mund: Fest, wie der Erde Grund, Gegen des Unglücks Macht Steht mit des Hauses Pracht! Doch mit des Geschickes Mächten Ist kein ewger Bund zu flechten, Und das Unglück schreitet schnell. Wohl! nun kann der Guß beginnen, Schön gezacket ist der Bruch. Doch bevor wir's lassen rinnen, Betet einen frommen Spruch! Stoßt den Zapfen aus! Gott bewahr das Haus! Rauchend in des Henkels Bogen Schießt's mit feuerbraunen Wogen. Wohltätig ist des Feuers Macht, Wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht, Und was er bildet, was er schafft, Das dankt er dieser Himmelskraft, Doch furchtbar wird die Himmelskraft, Wenn sie der Fessel sich entrafft, Einhertritt auf der eignen Spur Die freie Tochter der Natur. Wehe, wenn sie losgelassen Wachsend ohne Widerstand Durch die volkbelebten Gassen Wälzt den ungeheuren Brand! Denn die Elemente hassen Das Gebild der Menschenhand. Aus der Wolke Quillt der Segen, Strömt der Regen, Aus der Wolke, ohne Wahl, Zuckt der Strahl! Hört ihr's wimmern hoch vom Turm? Das ist Sturm! Rot wie Blut Ist der Himmel, Das ist nicht des Tages Glut! Welch Getümmel Straßen auf! Dampf wallt auf! Flackernd steigt die Feuersäule, Durch der Straße lange Zeile Wächst es fort mit Windeseile, Kochend wie aus Ofens Rachen Glühn die Lüfte, Balken krachen, Pfosten stürzen, Fenster klirren, Kinder jammern, Mütter irren, Tiere wimmern Unter Trümmern, Alles rennet, rettet, flüchtet, Taghell ist die Nacht gelichtet, Durch der Hände lange Kette Um die Wette Fliegt der Eimer, hoch im Bogen Sprützen Quellen, Wasserwogen. Heulend kommt der Sturm geflogen, Der die Flamme brausend sucht. Prasselnd in die dürre Frucht Fällt sie in des Speichers Räume, In der Sparren dürre Bäume, Und als wollte sie im Wehen Mit sich fort der Erde Wucht Reißen, in gewaltger Flucht, Wächst sie in des Himmels Höhen Riesengroß! Hoffnungslos Weicht der Mensch der Götterstärke, Müßig sieht er seine Werke Und bewundernd untergehn. Leergebrannt Ist die Stätte, Wilder Stürme rauhes Bette, In den öden Fensterhöhlen Wohnt das Grauen, Und des Himmels Wolken schauen Hoch hinein. Einen Blick Nach den Grabe Seiner Habe Sendet noch der Mensch zurück - Greift fröhlich dann zum Wanderstabe. Was Feuers Wut ihm auch geraubt, Ein süßer Trost ist ihm geblieben, Er zählt die Häupter seiner Lieben, Und sieh! ihm fehlt kein teures Haupt. In die Erd ist's aufgenommen, Glücklich ist die Form gefüllt, Wird's auch schön zutage kommen, Daß es Fleiß und Kunst vergilt? Wenn der Guß mißlang? Wenn die Form zersprang? Ach! vielleicht indem wir hoffen, Hat uns Unheil schon getroffen. Dem dunkeln Schoß der heilgen Erde Vertrauen wir der Hände Tat, Vertraut der Sämann seine Saat Und hofft, daß sie entkeimen werde Zum Segen, nach des Himmels Rat. Noch köstlicheren Samen bergen Wir trauernd in der Erde Schoß Und hoffen, daß er aus den Särgen Erblühen soll zu schönerm Los. Von dem Dome, Schwer und bang, Tönt die Glocke Grabgesang. Ernst begleiten ihre Trauerschläge Einen Wandrer auf dem letzten Wege. Ach! die Gattin ist's, die teure, Ach! es ist die treue Mutter, Die der schwarze Fürst der Schatten Wegführt aus dem Arm des Gatten, Aus der zarten Kinder Schar, Die sie blühend ihm gebar, Die sie an der treuen Brust Wachsen sah mit Mutterlust - Ach! des Hauses zarte Bande Sind gelöst auf immerdar, Denn sie wohnt im Schattenlande, Die des Hauses Mutter war, Denn es fehlt ihr treues Walten, Ihre Sorge wacht nicht mehr, An verwaister Stätte schalten Wird die Fremde, liebeleer. Bis die Glocke sich verkühlet, Laßt die strenge Arbeit ruhn, Wie im Laub der Vogel spielet, Mag sich jeder gütlich tun. Winkt der Sterne Licht, Ledig aller Pflicht Hört der Pursch die Vesper schlagen, Meister muß sich immer plagen. Munter fördert seine Schritte Fern im wilden Forst der Wandrer Nach der lieben Heimathütte. Blökend ziehen Heim die Schafe, Und der Rinder Breitgestirnte, glatte Scharen Kommen brüllend, Die gewohnten Ställe füllend. Schwer herein Schwankt der Wagen, Kornbeladen, Bunt von Farben Auf den Garben Liegt der Kranz, Und das junge Volk der Schnitter Fliegt zum Tanz. Markt und Straße werden stiller, Um des Lichts gesellge Flamme Sammeln sich die Hausbewohner, Und das Stadttor schließt sich knarrend. Schwarz bedecket Sich die Erde, Doch den sichern Bürger schrecket Nicht die Nacht, Die den Bösen gräßlich wecket, Denn das Auge des Gesetzes wacht. Heilge Ordnung, segenreiche Himmelstochter, die das Gleiche Frei und leicht und freudig bindet, Die der Städte Bau begründet, Die herein von den Gefilden Rief den ungesellgen Wilden, Eintrat in der Menschen Hütten, Sie gewöhnt zu sanften Sitten Und das teuerste der Bande Wob, den Trieb zum Vaterlande! Tausend fleißge Hände regen, helfen sich in munterm Bund, Und in feurigem Bewegen Werden alle Kräfte kund. Meister rührt sich und Geselle In der Freiheit heilgem Schutz. Jeder freut sich seiner Stelle, Bietet dem Verächter Trutz. Arbeit ist des Bürgers Zierde, Segen ist der Mühe Preis, Ehrt den König seine Würde, Ehret uns der Hände Fleiß. Holder Friede, Süße Eintracht, Weilet, weilet Freundlich über dieser Stadt! Möge nie der Tag erscheinen, Wo des rauhen Krieges Horden Dieses stille Tal durchtoben, Wo der Himmel, Den des Abends sanfte Röte Lieblich malt, Von der Dörfer, von der Städte Wildem Brande schrecklich strahlt! Nun zerbrecht mir das Gebäude, Seine Absicht hat's erfüllt, Daß sich Herz und Auge weide An dem wohlgelungnen Bild. Schwingt den Hammer, schwingt, Bis der Mantel springt, Wenn die Glock soll auferstehen, Muß die Form in Stücke gehen. Der Meister kann die Form zerbrechen Mit weiser Hand, zur rechten Zeit, Doch wehe, wenn in Flammenbächen Das glühnde Erz sich selbst befreit! Blindwütend mit des Donners Krachen Zersprengt es das geborstne Haus, Und wie aus offnem Höllenrachen Speit es Verderben zündend aus; Wo rohe Kräfte sinnlos walten, Da kann sich kein Gebild gestalten, Wenn sich die Völker selbst befrein, Da kann die Wohlfahrt nicht gedeihn. Weh, wenn sich in dem Schoß der Städte Der Feuerzunder still gehäuft, Das Volk, zerreißend seine Kette, Zur Eigenhilfe schrecklich greift! Da zerret an der Glocken Strängen Der Aufruhr, daß sie heulend schallt Und, nur geweiht zu Friedensklängen, Die Losung anstimmt zur Gewalt. Freiheit und Gleichheit! hört man schallen, Der ruhge Bürger greift zur Wehr, Die Straßen füllen sich, die Hallen, Und Würgerbanden ziehn umher, Da werden Weiber zu Hyänen Und treiben mit Entsetzen Scherz, Noch zuckend, mit des Panthers Zähnen, Zerreißen sie des Feindes Herz. Nichts Heiliges ist mehr, es lösen Sich alle Bande frommer Scheu, Der Gute räumt den Platz dem Bösen, Und alle Laster walten frei. Gefährlich ist's, den Leu zu wecken, Verderblich ist des Tigers Zahn, Jedoch der schrecklichste der Schrecken, Das ist der Mensch in seinem Wahn. Weh denen, die dem Ewigblinden Des Lichtes Himmelsfackel leihn! Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden Und äschert Städt und Länder ein. Freude hat mir Gott gegeben! Sehet! Wie ein goldner Stern Aus der Hülse, blank und eben, Schält sich der metallne Kern. Von dem Helm zum Kranz Spielt's wie Sonnenglanz, Auch des Wappens nette Schilder Loben den erfahrnen Bilder. Herein! Herein! Gesellen alle, schließt den Reihen, Daß wir die Glocke taufend weihen, Concordia soll ihr Name sein, Zur Eintracht, zu herzinnigem Vereine Versammle sich die liebende Gemeine. Und dies sei fortan ihr Beruf, Wozu der Meister sie erschuf! Hoch überm niedern Erdenleben Soll sie im blauen Himmelszelt Die Nachbarin des Donners schweben Und grenzen an die Sternenwelt, Soll eine Stimme sein von oben, Wie der Gestirne helle Schar, Die ihren Schöpfer wandelnd loben Und führen das bekränzte Jahr. Nur ewigen und ernsten Dingen Sei ihr metallner Mund geweiht, Und stündlich mit den schnellen Schwingen Berühr im Fluge sie die Zeit, Dem Schicksal leihe sie die Zunge, Selbst herzlos, ohne Mitgefühl, Begleite sie mit ihrem Schwunge Des Lebens wechselvolles Spiel. Und wie der Klang im Ohr vergehet, Der mächtig tönend ihr erschallt, So lehre sie, daß nichts bestehet, Daß alles Irdische verhallt. Jetzo mit der Kraft des Stranges Wiegt die Glock mir aus der Gruft, Daß sie in das Reich des Klanges Steige, in die Himmelsluft. Ziehet, ziehet, hebt! Sie bewegt sich, schwebt, Freude dieser Stadt bedeute, Friede sei ihr erst Geläute nach oben zurück | |