
Das neue Jahr kommt und mancher gute Vorsatz wird relativ schnell von der Wirklichkeit eingeholt werden. Auch bei mir . Leider.
Ob dieses Wort Jesu: „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“, deshalb einer meiner Lieblingsworte der Bibel ist?
Ich denke nicht, denn mit den Schwachen der Bibel ist, wohl nicht gemeint, was ich an guten Vorsätzen nicht erreiche, weil mir der rechte Wille fehlt, oder das Durchhaltevermögen, oder die Geduld, oder weil ich einfach so bin wie ich bin.
Mir fällt auf, dass die großen Gestalten der Bibel eigentlich immer ganz einfache und schwache Menschen waren. Mose hat gestottert und genau ihn hat Gott auserwählt vor dem Pharao, die Freiheit des Gottesvolkes von der Sklaverei einzufordern.
David hatte niemand außer Gott wohl den Sieg über Goliath zugetraut, der Prophet Jesaja hat sich für völlig ungeeignet bezeichnet, Gottes Prophet zu werden, Maria das einfache Mädchen, wird erwählt den Retter der Welt zur Welt zu bringen, Paulus war gehbehindert und ist doch durch halb Europa gelaufen um Gottes Wort zu verkünden, Petrus, der seine Schwachheit gar nicht wahr haben wollte und der dann doch Jesus dreimal verleugnete, wird berufen der Fels der Kirche zu sein.
Die Beispiele der Bibel sind grenzenlos. Gottes Kraft ist in den Schwachen mächtig. Und sie wird für uns alle sichtbar an dem ohnmächtig am Kreuz sterbenden Jesus. Aus der Ohnmacht des Todes und der Trauer entsteht das ewige Leben.
Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Ich denke da auch an viele Gespräche mit Gemeindegliedern, bei Geburtstagsbesuchen, im Krankenhaus und bei vielen anderen Möglichkeiten.
Und immer wieder höre ich Sätze wie: „Da hat mir mein Glaube geholfen“, „ Das hätte ich ohne meinen Glauben nicht geschafft“ oder „Ich weiß gar nicht woher ich die Kraft damals hatte, das durchzustehen.“
Es scheint eine Grundwahrheit des Lebens zu sein, dass Gott uns erst dann richtig groß und hilfreich werden kann, wenn wir alles aus der Hand legen, nichts mehr festhalten wollen, wenn wir nichts mehr vorzuweisen haben, als unsere Hoffnung auf ihn und unseren Glauben an ihn.
Ich hoffe, die Jahreslosung erinnert uns immer wieder gerade dann an unsern Glauben und an unsere Hoffnung, wenn wir denken es geht nicht mehr weiter, wenn merken, das liegt jetzt nicht mehr in unserer Hand, da kann ich jetzt nichts mehr machen. Dann soll das Wort in unserer Seele zum Klingen kommen. Gottes Kraft ist in den Schwachen mächtig.
Wie schön, dass wir bei Gott schwach sein dürfen.
Herzlichst Ihr Pfarrer Kurt Johann
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