 19. Ausgabe 04.11.2004  Andacht für den Gemeindebrief im November 2004 Liebe Gemeinde, den 26. Oktober 2004 werden wir in Gedern wohl für alle Zeiten nicht vergessen und die Bilder, die zu diesem Tag gehören. Flammen, die aus den Fenstern der Nordseite der Kirche stiegen. Menschen, denen das Entsetzen und der Schock in den Gesichtern stand, dichte meterhohe Rauchsäulen, die aus dem alten Turm unserer Kirche stiegen, Tränen in den Augen vieler Menschen. Ehrlich gesagt: Ich hatte beim ersten Anblick nicht mehr gedacht, dass unsere Kirche in Gedern noch vor dem Flammenfraß zu retten sein würde. Heute wissen wir: Wären unsere Feuerwehren nicht so gut ausgebildet und so schnell vor Ort gewesen, hätte die Einsatzleitung nicht so professionell die richtigen Entscheidungen getroffen, dann hätte das Feuer auf die Holzdecke übergegriffen und eine nicht zu denkende Katastrophe hätte ihren Lauf genommen. Für viele Menschen, ob sie nun in die Kirche gehen oder nicht, wurde klar: Das ist auch meine Kirche. Hier bin ich getauft, konfirmiert und getraut worden. Diese Kirche gehört zu meinem Leben dazu, das alles betrifft mich auch ganz persönlich. Das wurde auch noch einmal deutlich, als wir am nächsten Tag sehr bewusst die Kirche öffneten, um den Menschen Gelegenheit zu geben, die erheblichen Schäden zu betrachten und nicht zuletzt, auch ihrer Trauer vor Ort, in Gottes Haus zu tragen. Unzählige Gespräche, die ich an diesem Tag geführt habe, zeigten mir aber auch, dass sich diese Trauer, dieser Schock so nach und nach in Anteilnahme und in Hilfsbereitschaft wandelte. Das ist nicht nur meine Kirche, die zu meinem Leben gehört, sondern das ist auch unsere Kirche. Gemeinsam haben wir geweint, gemeinsam werden wir auch die Schäden beseitigen und unsere Kirche renovieren. Vielfältige Unterstützung und Solidarität, die Sicherheit, dass wir uns hier als Gemeinde, als Gemeinschaft verstehen, lassen bei mir keinen Zweifel aufkommen, dass wir das auch gemeinsam schaffen werden. Der Bauausschuss unter Führung von Horst Kissel arbeitet in vorbildlicher Weise und mit großem persönlichem Engagement daran, dass wir die Kirche so bald als irgendwie möglich wieder ihrer Bestimmung übergeben können. Ihre Anteilnahme, liebe Gemeine, Ihr Engagement, gibt allen, die für unsere Kirchengemeinde arbeiten, die Kraft und die Zuversicht dazu. Wann dies sein wird, lässt sich heute noch nicht sagen und wir werden sicherlich mit einiger Kreativität ein etwas anderes Gemeindeleben organisieren. Dass wir unsere Kirchweihe am 7. November als Gast der Feuerwehr im Feuerwehrgerätehaus mit einem Gottesdienst und gemeinsam mit der Feuerwehr feiern, ist aber nicht nur kreativ, sondern auch ein Zeichen großer Dankbarkeit bei den Rettern unserer Kirche. Gott sei Dank ist kein Menschenleben zu beklagen. Gott sei Dank ist die Katastrophe verhindert worden. Gott sei Dank lässt sich alles, was zerstört wurde wieder in Ordnung bringen. Der Dank an Gott und der Dank an unsere Feuerwehr werden im Zentrum des Kirchweihgottesdienstes stehen, aber auch Mut, Zuversicht und Hoffnung, die uns durch unseren Glauben gegeben werden. In jeder Krise ist eine große Chance verborgen. Für unsere sicherlich im Moment schwierige und leidvolle Situation heißt das: Wir werden enger zusammenrücken. Wir werden verstehen, dass dies unsere gemeinsame Kirche ist, die uns im Dienste Gottes im Leben begleitet und für die wir gemeinsam einstehen. Wenn uns das gelingt, liebe Gemeinde, dann gehen wir gestärkt als Gemeinde aus dieser schweren Zeit hervor. Und das wird uns gelingen. Durch ihre und durch Gottes Hilfe. In herzlicher Verbundenheit und mit großer Dankbarkeit Ihr Gemeindepfarrer Kurt Johann Der evangelische Gemeindebrief wird herausgegeben von Pfarrer Kurt Johann, Herrnweg 1 Evangelisches Pfarramt in 63688 Gedern Tel. 06045 / 12 05 Fax: 06045 / 950549 www . EvKi rcheGedern.de E-Mail: EVKirchenGemeindeGedern@ekhn.de Freud und Leid Getraut wurden am 25.09.2004 Thomas und Melanie Lukarsch, geb. Döll |  | Getauft wurden am 17.10.2004 Joy Halbgebauer Tochter von Jutta Halbgebauer und Hartmut Bieger Nicole Kipper Tochter von Cristina und Andreas Kipper, Bad Vilbel Patrick und Steven Goldmann Söhne von Sylvia und Jens Goldmann |  | Beerdigt wurden am 30.08.2004 Hildegrad Zunker g eb. Schröder, 90 Jahre am 07.09.2004 Edith „Addi“ Schweitzer geb. Scharmann, 79 Jahre am 01.10.2004 Hermann Laubenstein, 70 Jahre am 14.10.2004 Günther Rösel, 91 Jahre am 22.10.2004 Arno Schmidt, 45 Jahre am 23.10.2004 Marianne Foster geb. Alt, 70 Jahre am 25.10.2004 Marie Böcher geb. Reichert, 80 Jahre | 
| Veranstaltungen Sonntag, 07.11.04 09.30 Uhr Aufstellen des Kerbbaumes 10.00 Uhr Gottesdienst im Feuerwehrgerätehaus Mittwoch, 10.11.04 20.00 Uhr Glaubenskurs für Erwachsene Sonntag, 14.11.04 – im Gemeindehaus 10.00 Uhr Gottesdienst (Pfr. Johann) Dienstag, 16.11.04 16.00 Uhr Gottesdienst im Altenheim Innere Mission Mittwoch, 17.11.04 – Buß – und Bettag 19.00 Uhr Gottesdienst mit Abendmahlsfeier (Pfr. Maresch) 14.00 Uhr Seniorenclub im Gemeindehaus Freitag, 19.11.04 15.00 Uhr Kinderkirche Sonntag, 21.11.04 – Ewigkeitssonntag - 10.00 Uhr Gottesdienst (Pfr. Johann) unter Mitwirkung des Kirchen- und Posaunenchores in der Trauerhalle auf dem Friedhof Mittwoch, 24.11.04 14.00 Uhr 1. Frauenkreis im Gemeindehaus Dia – Vortrag mit Pfr. Hoffmann Sonntag, 28.11.04 – 1. Advent - 10.00 Uhr Gottesdienst mit Taufen (Pfr. Johann) anschl. Adventsbasar mit Kaffee und Kuchen Dienstag, 30.11.04 16.00 Uhr Gottesdienst im Altenheim Innere Mission Freitag, 03.12.04 15.00 Uhr Kinderkirche Sonntag, 05.12.04 – 2. Advent - 10.00 Uhr Gottesdienst (Pfr. Maresch) Mittwoch, 08.12.04 14.00 Uhr Frauenkreis Adventsfeier mit Pfr. Johann Sonntag, 12.12.04 – 3. Advent - 10.00 Uhr Gottesdienst (Pfr. Maresch) Dienstag, 14.12.04 16.00 Uhr Gottesdienst im Altenheim Innere Mission Durch den Brand in unserer Kirche finden die Gottesdienste, wenn nicht anders angegeben, im Ev. Gemeindehaus statt, bitte achten Sie auf den Veranstaltungskalender! Aktuelles vom ev. Kindergarten Arche Noah Herzlich möchten wir zum Laternenfest am Donnerstag, 11. November um 17.30 Uhr in den Hof vor dem Ev. Gemeindehaus einladen. Nach der kleinen Aufführung: „Hans der Bettler“ gehen wir mit unseren selbst gebastelten Laternen durch die Strassen von Gedern. Anschließend versammeln wir uns um ein großes Feuer um gemeinsam Laternenlieder zu singen. Traditionell bietet der Elternbeirat Speisen und Getränke an und in gemütlicher Runde, beim Schein der Laternen, lassen wir unser Fest ausklingen. Bitte bringen Sie einen Becher oder Tasse mit. Vielen Dank. Alle kleinen und großen Leute aus der Gemeinde sind herzlich willkommen. Auf ein gemeinsames Martinsfest mit den Kindern und Ihren Familien freut sich Ihr Arche Noah Team und der Elternbeirat Unser aktuelles Thema Das Wort „arm“ kennen viel Kindergartenkinder, ohne genau beschreiben zu können, was damit gemeint ist. Menschen können in vielen Bereichen arm sein: arm an Erfahrungen, arm an Kontakten, bewegungsarm, materiell arm usw. In den nächste Wochen beschäftigen wir uns mit Menschen, die arm sind, weil ihnen nur wenig Geld zum Leben zur Verfügung steht. Präziser gesagt, mit Nomthandazo Mkhize unserem sechsjähriges Patenkind in Südafrika. Nomthandazo wurde am 26.10.97 in Edendale geboren, sie lebt mit ihrer Mutter, ihrem 9jährigen Bruder und ihrer 2jährigen Schwester unter ärmsten Lebensbedingungen. Für Lebensmittel, Kleidung, Schulgeld, Miete, etc. stehen der Familie monatlich 30,- € zur Verfügung. (z.B. kostet ein Gasherd 90,- €, Ziege 30,- €, Bett 50,- €, Wasserfilter 20,- €) Nomthandazo besucht die erste Klasse der Grundschule in Esigodini und möchte später Lehrerin werden. Im Rahmen dieses Projektes werden wir mit den Kindern darüber sprechen, dass manche Familien wenig Geld haben und kaum das Nötigste zum Leben haben. Die Kinder können mögliche Ursachen und Folgen materieller Armut kennen lernen. Durch die Beschäftigung mit dem Thema kann bei den Kindern Betroffenheit und der Wunsch nach Engagement für Bedürftige geweckt werden. Ziel ist es, den Kindern zu zeigen, dass auch sie schon Möglichkeiten haben, Hilfen zu geben. Gegen Armut aktiv werden, kann auch für Kinder bedeuten, dass sie angeregt werden, zusammen mit den Eltern, Bedürftige zu unterstützen. Niemand ist so arm, dass er nicht etwas zu geben hätte, und niemand ist so reich, dass er nichts zu empfangen brauchte. Spruchweisheit Im Eingangsbereich des Kindergartens werden Briefe und Fotos von Nomthandazo einen festen Platz haben. Hier können sich alle interessierten Kinder, Eltern und Besucher jederzeit ausführlich informieren. Für alle die unsere Patenschaft finanziell unterstützen möchten steht eine Spendenbox bereit und bereits im Voraus danken wir herzlich für Ihre Mithilfe. Kirb in Gedern am 7.11.2004 9:30 Uhr Aufstellen des Kirbbaumes vor dem ehemaligen Rathaus in der Ortsmitte mit Musikbegleitung 10.00 Uhr Gottesdienst mit Pfarrer Johann im Feuerwehrgerätehaus Gedern. Anschließend Fassbieranstich im Feuerwehrgerätehaus. Früh- bis Dämmerschoppen mit der Gederner Big Band. Weizenbier vom Faß. Ab 11.00 Uhr Schnitzel aller Art sowie Rollbraten. Ab 17.00 Uhr Schweinshaxen vom Grill. Es lädt ein die Freiwillige Feuerwehr Gedern.  Kirchenbrand in Gedern „Das war unglaublich, was die Männer und Frauen der Gederner Feuerwehr und der Ortsteile geleistet haben“. kommentierte Kreisbrandinspektor Otfried Hartmann den Verlauf des Einsatzes nach Abschluss der Löscharbeiten. „Das hätte keine zehn Minuten mehr unbemerkt brennen dürfen, dann wäre nichts, mehr zu retten gewesen“. Eine Darstellung, die auch Pfr. Johan und Kirchenvorstandsmitglied Harst Kissel nur bestätigen kannten. Auch wenn gestern Abend nach der Meldung Feuer aus noch nicht abzusehen war welchen Schaden der Brand tatsächlich angerichtet hat, durfte die Summe erheblich sein.  Dieses Zitat, der Homepage der evangelischen Kirchengemeinde entnommen, gibt nur einen Bruchteil dessen wieder, was am vergangenen Wochenende im Zentrum Gederns geschah. „Ohne übertreiben zu wollen“, schätzt Johann den entstandenen Sachschaden bisher auf rund 400 000 Euro. Allerdings bleiben noch einige Fragen offen. Auch der Umfang der notwendigen Renovierung des gesamten Kirchenschiffs ist noch nicht vollständig aufgelistet. Als kleiner Trost bleibt die hoffnungsvolle Zusage Johanns: „Wir wollen Weihnachten in unserer Kirche feiern“  Gottesdienste werden verlegt Vorerst müssen die Gemeindemitglieder einige Zeit auf die Nutzung der Kirche verzichten. „Als Zeichen unserer großen Dankbarkeit für die Feuerwehr, werden wir den Gottesdienst zur Kirchweih am Sonntag, 7. November, im Feuerwehrgerätehaus abhalten. Diese Frauen und Männer haben unsere Kirche in letzter Sekunde gerettet“, erklärte Johann. Aus diesem Grund werde der traditionelle Kerbbaum auch bereits um 9.30 Uhr vor dem alten Rathaus aufgestellt. Um zehn Uhr beginnt dann der Gottesdienst, Anschließend will man gemeinsam mit den Mitgliedern der Feuerwehr deren erfolgreichen Einsatz feiern Der Schmerz sitzt tief, aber wir schaffen das Auszug aus dem Kreisanzeiger vom 29.10.2004 „Der Schmerz über das Geschehene sitzt bei den Menschen sehr tief, aber der Zuspruch der Gemeinde gibt mir Zuversicht, dass wir das Unglück verarbeiten werden und den Wiederaufbau schaffen“, blickt der Pfarrer zuversichtlich in die Zukunft. „Durch Gottes Gnade und durch die bewundernswerte Leistung der Feuerwehr sind wir beim Brand in unserer Kirche zwar nicht vor schlimmem Schaden, aber doch vor einer großen Katastrophe bewahrt worden“, so Johann. In den zurückliegenden Tagen habe er zahlreichen Zuspruch und Unterstützung aus der eigenen Gemeinde, aber auch aus der Region und nicht zuletzt von den Vereinen und Menschen in Gedern erfahren. Eine unglaubliche Welle der Hilfsbereitschaft habe der Brand ausgelöst. „Um den Wiederaufbau der Kirche ist mir bei solcher Solidarität nicht bange.“ Dafür würde Johann am liebsten allen persönlich seinen Dank ausdrücken. Gedicht der Woche Prooemion Im Namen dessen, der sich selbst erschuf, Von Ewigkeit in schaffendem Beruf; In seinem Namen, der den Glauben schafft, Vertrauen, Liebe, Tätigkeit und Kraft, In jenes Namen, der, so oft genannt, Dem Wesen nach blieb immer unbekannt: Soweit das Ohr, soweit das Auge reicht, Du findest nur Bekanntes, das ihm gleicht Und deines Geistes höchster Feuerflug Hat schon am Gleichnis, hat am Bild genug; Es zieht dich an, es reißt dich heiter fort, Und wo du wandelst, schmückt sich Weg und Ort; Du zählst nicht mehr, berechnest keine Zeit, Und jeder Schritt ist Unermesslichkeit. Was wär ein Gott, der nur von außen stieße, Im Kreis das All am Finger laufen ließe! Ihm ziemt‘s, die Welt im Innern zu bewegen, Natur in sich, sich in Natur zu hegen, So dass, was in Ihm lebt und webt und ist, Nie Seine Kraft, nie Seinen Geist vermisst. Im Innern ist ein Universum auch; Daher der Völker löblicher Gebrauch, Das jeglicher das Beste, was er kennt, Er Gott, ja seinen Gott benennt, Ihm Himmel und Erden übergibt, Ihn fürchtet, und womöglich liebt. Jahann Walfgang von Goethe |