Evangelische Kirchengemeinde Gedern
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Gemeindebrief Nr. 23

23. Ausgabe 21.04.2005

 

Andacht zum Gemeindebrief im April 2005

 

Liebe Gemeinde,

 

„Auf dem Gipfel des Gebirges steht

Mose, der Mann Gottes und Prophet.

Seine Augen blicken unverwandt,

in das heilige, gelobte Land.“

 

So beginnt das Gedicht: „Der Tod des Mose“ von Dietrich Bonhoeffer, das er im September 1944 geschrieben hat.

Es handelt davon, dass Mose am Ende seines Lebens, das verheißene Land zwar sehen, es aber nicht betreten darf. Welch eine Tragik. Mit dem Blick auf das Land der Freiheit stirbt er, betreten kann er es nicht mehr.

 

„Aus der Ferne sollst das Heil du sehen

doch dein Fuß soll nicht hinübergehen“.

 

Dietrich Bonhoeffer, der wohl bedeutendste evangelische Theologe des 20. Jahrhunderts, der im Widerstand gegen Hitler war und am Attentat vom 20.April 1944 beteiligt, hat sein eigenes Leben in den letzten Monaten vor seiner Hinrichtung im Spiegel der Gestalt von Mose gedeutet. Er hatte versucht, wie er es einmal sagte „dem Rad in die Speichen zu greifen“, damit die Macht und der Terror des Naziregimes ein Ende habe. Und er hat es mit seinem Leben bezahlt.

In seiner Gefängniszelle kam er sich vor wie Mose auf dem Berg Nebo. Fast am Ziel, das Ziel vor Augen und doch gewiss, dieses neue Land, dieses neue Deutschland nicht mehr betreten zu dürfen.

Der Blick in die Zukunft war ihm trotzdem nicht verstellt, und so dichtet er weiter:

 

„Gottes Gnade über freier Erde

dass ein heilig neues Volk hier werde

Gottes Recht bei Starken und bei Schwachen

Wird vor Willkür und Gewalt bewachen.

Gottes Wahrheit wird von Menschenlehren,

ein verirrtes Volk zum Glauben kehren,

Gottes Friede wird gleich starken Türmen,

Herzen, Häuser, Städte treu beschirmen“.

 

Was Bonhoeffer, da dem Mose in den Mund legt, ist das Bild einer Welt, in der die NS-Ideologie und der Terror ein Ende haben.

 

60 Jahre nach seiner Hinrichtung am 9. April 1945 und sechzig Jahre nach dem Ende des Krieges am 8. Mai 1945 sind diese Worte Verpflichtung und Zielangabe für eine Kirche, die wie Bonhoeffer es formulierte immer Kirche für andere sein müsse.

60 Jahre nach seinem Tod sind wir in unserem Land, in dem die Braunen schon wieder auf Stimmenfang gehen, und in unserer Welt, die in ständiger Furcht vor dem Terror lebt, noch weit davon entfernt, dass diese Vision Bonhoeffers Wirklichkeit wird.

Deshalb sollten wir als Christinnen und Christen, die Vision von einem Land und einer Welt ohne Willkür und Gewalt und von einem Volk, das sich zum Glauben kehrt, erst recht nicht aus den Augen verlieren.

Und kräftig dafür arbeiten und kräftig dafür beten. Denn nur wer gegen den Strom schwimmt, erreicht auch die Quelle.

 

Herzlichst Ihr

 

Pfarrer Kurt Johann

 

Quelle: D. Bonhoeffer: Der Tod des Mose, in: ders. „Widertand und Ergebung, Gütersloher Verlagshaus

 

 

 

 

Der evangelische Gemeindebrief wird herausgegeben von

Pfarrer Kurt Johann, Herrnweg 1

Evangelisches Pfarramt in 63688 Gedern

Tel. 06045 / 12 05

Fax: 06045 / 950549

www.EvKircheGedern.de

E-Mail:EVKirchenGemeindeGedern@ekhn.de

 

Freud und Leid

 

Getauft werden

am 03.04.05

Sebastian Bundt

Sohn von Jörg und Diane Bundt, Friedberg

 

am 10.04.05

Lisa Asta Josefine Bockelmann

Tochter von Niels und Petra Bockelmann, Gedern

 

Pauline Margarethe Holle

Tochter von Markus und Christine Holle, Gedern

   

Beerdigt wurden

am 17.03.2005

Lambmann, Rainer , 60 Jahre

 

am 18.03.2005

Reinhard Reinhardt , 77 Jahre

 

am 21.03.2005

Richard Blöser, 80 Jahre

 

am 22.03.2005

Anna Bieger geb. Landmann, 94 Jahre

 

am 01.04.2005

Walter Oertel, 52 Jahre

 

am 06.04.2005

Walter Wieg, 75 Jahre

 

am 12.04.2005

Anna Marie Nagel geb. Vöhl, 71 Jahre

 

am 13.04.2005

Wilhelm Diehl , 63 Jahre

 

am 14.04.2005

Klaus Friedrich Führ, 66 Jahre

 

Veranstaltungen

Feitag, 22.04.05

15.00 Uhr Kinderkirche

 

Samstag, 23.04.05

19.00 Uhr Benefiz – Konzert „Wir helfen unserer Kirche“

des Liederkranz 1842 Gedern e.V. mit Gemischter Chor 1883 Burkhards Jugendchor Burkhards, Gesangverein 1843 Wenings, Ev. Kirchenchor, Ev. Posaunenchor, Der Einritt ist frei – um Spenden wird gebeten

 

Sonntag, 24.04.05

10.00 Uhr Gottesdienst mit Feier der Goldenen Konfirmation und des Heiligen Abendmahls (Pfr. Johann) unter Mitwirkung des Posaunenchores

 

Sonntag, 01.05.05

10.00 Uhr Vorstellungs – Gottesdienst der Konfirmanden (Pfr. Johann)

 

Dienstag, 03.05.05

16.00 Uhr Gottesdienst im Altenheim der Inneres Mission (Pfr. Maresch)

Himmelfahrt, 05.05.05

14.00 Uhr Gottesdienst auf der Schönau (Pfr. Johann) unter Mitwirkung des Posaunenchores

 

Freitag, 06.05.05

15.00 Uhr Kinderkirche

 

Sonntag, 08.05.05 - Konfirmation

9.30 Uhr Gottesdienst mit Abendmahlsfeier (Pfr. Johann) unter Mitwirkung des Posaunenchores

 

Pfingstsonntag, 15.05.05

10.00 Uhr Gottesdienst mit Abendmahlsfeier (Pfr. Johann) unter Mitwirkung des Posaunenchores

 

Pfingstmontag, 16.05.05

10.00 Uhr Gottesdienst mit Taufen (Pfr. Maresch) unter Mitwirkung des Kirchenchores

 

Dienstag, 17.05.05

16.00 Uhr Gottesdienst im Altenheim Innere Mission (Pfr. Maresch)

 

Mittwoch, 18.05.05

14.00 Uhr Seniorenclub

 

Freitag, 20.05.05

15.00 Uhr Kinderkirche

 

Samstag, 22.05.05

10.00 Uhr Gottesdienst (Pfr. Maresch)

 

Sonntag, 29.05.05

10.00 Uhr Gottesdienst mit Feier der Silbernen Konfirmation (Pfr. Johann) unter Mitwirkung des Posaunenchores

 

Dienstag, 31.05.05

16.00 Uhr Gottesdienst im Altenheim Innere Mission

 

Freitag, 03.06.05

15.00 Uhr Kinderkirche

 

Sonntag, 05.06.05

10.00 Uhr Gottesdienst mit Feier der Diamanten Konfirmation (Pfr. Johann) und Abendmahlsfeier

 

Der Bastelkreis trifft sich jeden Montag ab 13.30 Uhr im Gemeindehaus

 

"Heimkehr der Gemeinde"

Gedern feiert zum Abschluss der Sanierungsarbeiten nach dem Feuer einen "normalen", aber nicht alltäglichen Gottesdienst

(Gedern/gho) Lichtdurchflutet und freundlich, einladend und akustisch ein Genuss - das ist die evangelische Kirche in Gedern gut ein halbes Jahr nach dem verheerenden Feuer am 26. Oktober 2004.

 

Über 600 Menschen hatten sich am Palmsonntag im Gotteshaus eingefunden und staunten nicht schlecht. Nur zu frisch waren die Erinnerungen in den Köpfen der meisten Besucher an verkohlte Balken, zerborstene Fenster, angesengte Bänke und rauchgeschwärzte Orgelpfeifen.

(Bild: Die Kirche einen Tag nach dem Brand. Von dieser Stelle breitete sich das Feuer aus.)

 

Mit einem Gemeindegottesdienst wollte die Gederner Kirchengemeinde wieder zur Normalität zurückkehren. Lange genug hatte man eine schwere Zeit ohne Kirche durchgemacht, an Weihnachten gar im Pfarrgarten einen Gottesdienst gefeiert.

 

Doch dieser normale Gemeindegottesdienst war alles andere als alltäglich. Posaunen begrüßten die zahlreich erschienenen Gäste mit fröhlichen Klängen.

 

Und Pfarrer Kurt Johann war die Freude an diesem Vormittag sichtbar ins Gesicht geschrieben. „Die schwere Zeit ohne Kirche ist vorbei, wir sind heimgekehrt. Dies ist einer der schönsten Tage in meinem Leben“, eröffnete er den Gottesdienst. Und jeder, der die lodernden Flammen an jenem Oktoberabend gesehen und den entstandenen Schaden in den Folgetagen in Augenschein genommen hatte, konnte den Gederner Seelsorger gut verstehen.

 

Bis aus dem Kirchturm heraus habe sich die Rauchsäle erhoben und wäre die Feuerwehr nicht gewesen. hätte die Gemeinde ihre Kirche sicher verloren, erinnerte sich der Seelsorger mit belegter Stimme. Was dann in der Folgezeit geschehen sei, könne nur mit dem Wort „Wunder“ umrissen werden. Menschen seien zusammengerückt, hätten Trost und Halt aneinander gefunden. Nur so sei es möglich gewesen, die Spuren des Brandes in so kurzer Zeit zu beseitigen. Und nicht nur das. Die Orgel erklingt wieder wie in besten Tagen, die Decke in der Kirche hat ein ähnliches Aussehen wie vor dem Rückbau im Jahre 1963 und die neu eingerichtete Beleuchtungsanlage taucht das Kirchenschiff in warmes Licht.

 

„Das Ergebnis ist gelungen“, freute sich der Pfarrer und dankte der Feuerwehr für ihr umsichtiges und schnelles Eingreifen, den vielen Spenderinnen und Spendern für Geld und ehrenamtliche Hilfe, dem örtlichen Handwerk für die saubere und termingerechte Arbeit. Und die Gemeinde antwortete mit lang anhaltendem Beifall.

 

Im Anschluss an den Gottesdienst sprach die Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Edith Möbs, den Dank der Gemeinde an alle diejenigen aus, die an der Restaurierung beteiligt waren.

 

Auch der Patron der evangelischen Kirche in Gedern, Philipp-Konstantin Prinz zu Stolberg-Wernigerode, lobte besonders den Einsatz des örtlichen Handwerks, die Unterstützung durch die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und das Engagement von Kirchenvorstand und Pfarrer Kurt Johann.

 

Weitere Grußworte sprachen unter anderem Gederns Erster Stadtrat Willi Herbst, Reinhold Landmann von der gleichnamigen Baudekorationsfirma, und Wilfried Molz, der Leiter der Gesamtschule

 

Musikalisch begleiteten Kinderkirche und Chor den Gottesdienst, der mit der Taufe des kleinen Benjamin deutlich machte, dass das Leben wieder in die Kirche eingezogen ist.

 

Zum Abschluss des Gottesdienstes verteilten Kinder des Kindergartens an alle Besucher zur Erinnerung an diesen Tag Karten mit verschiedenen Segenssprüchen.

 

Aktuelle Nachrichten

Anmeldung der neuen Konfirmanden 2005/2006

 

Am Mittwoch, 08.06.2005 können um 20.00 Uhr im Ev. Gemeindehaus alle Jungen und Mädchen die nach den Sommerferien in die 8. Klasse können für den Konfirmandenunterricht angemeldet werden.

Es ist wichtig, dass mindestens ein Elternteil an diesem Anmeldetermin teilnimmt. Weitere Informationen erhalten Sie an diesem Abend.

Die neuen Konfirmanden werden dann am Sonntag, 03.07.2005 im Gottesdienst vorgestellt.

 

Tauferinnerungsgottesdienst am 17.07.2005

 

Kinder die in den Jahren von Sept. 1999 bis Sept. 2001 getauft wurden, können an diesem Tauferinnerungsgottesdienst teilnehmen. Die Kinder werden namentlich genannt und erhalten eine Kinderbibel. Um besser planen und die Bibel vorbereiten zu können, bitten wir alle Eltern, deren Kinder daran teilnehmen möchten, sich im Pfarrbüro zu melden. (Kinder die in Gedern getauft wurden, werden vom Pfarramt angeschrieben) Die Vorschulkinder des Kindergarten Arche Noah werden das Stück „Josef und seine Brüder“ zur Aufführung bringen.

Glaubenskurs für Erwachsene

 

Auf mehrfache Anfragen beginnen wir mit den Kursen wieder am 7.09.05 mit dem Thema: „Paulus – Leben und Botschaft des Apostels“; am 05.10.05 mit dem Thema: „Propheten des 8. vorchristlichen Jahrhunderts“ und am 02.11.05 mit dem Thema: „Die Bergpredigt im Alltag der Christen“. Wir bitten die Interessenten sich diese Termine vorzumerken.

 

 

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