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Berichte im Kreisanzeiger vom 18.06.2003

 

Da war Bewegung drin – das war wichtig

 

Kreisanzeiger vom 18.06.2003

 

Rainrod

 

„Da war Bewegung drin – das war wichtig!“
Zu dieser Bewertung, die eher etwas von einer Sportveranstaltung ahnen lässt, kam Detlef Maresch über „seinen“ Gottesdienst aus Anlass des 25-jährigen Dienst- und Ordinationsjubiläum als evangelischer Pfarrer.

 

Die Kirche in Rainrod war bis auf den letzten Platz besetzt. Viele Wegbegleiter, Freunde und Gemeindeglieder aus dem Dekanat Schotten waren angekommen, um mit ihrer Anwesenheit den beliebten Seelsorger zu ehren. Detlef Maresch, mittlerweile mit seiner Familie in Eichelsdorf beheimatet, musste vor sechs Jahren einen tiefen Einschnitt in seiner beruflichen Tätigkeit hinnehmen. Nach großen Problemen mit seiner Stimme wurde am 14. Juni 1997 schon ein Abschieds-Gottesdienst in Rainrod zelebriert.

 

Doch der Gottesmann erholte sich und konnte als „Springer“ wieder für den Dienst in der Kirche tätig werden. In den letzten Jahren kümmerte er sich vertretungsweise um die Gemeinden in Nidda, Breungeshain, Busenborn, Michelbach, Ufa, Stornfels und Crainfeld. Jetzt hat er in Gedern beziehungsweise Mittel- und Nieder-Seemen einen „festen Platz“ gefunden. Viele Jahre aber war er für das ehemalige Schottener Pfarramt II in Diensten und dann ausschließlich für die Gläubigen in Rainrod.

 

Den Rückblick auf seine Dienstzeit gestaltete Detlef Maresch auf seine ihm ureigene Weise. Die angekündigte „Predigt!“ stand ganz im Motto seines seelsorgerischen Wirkens, des „Aufeinanderzugehens“. „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Diesen Satz aus dem Matthäus-Evangelium ertönte unzählige Male, gesprochen oder gesungen, von allen Gottesdienstbesuchern gemeinsam oder nur von einer kleinen Gruppe. „Wo zwei oder drei zusammen sind“, das sei eine ganz wunderbare Sache, sagte Detlef Maresch. Immer wieder habe er in dem vergangenen Vierteljahrhundert dieses Gefühl erlebt. Vor allem müsse er an diejenigen denken, die „nicht mehr unter uns sind“.

 

Äußerst kritisch setzte sich der Pfarrer mit der gegenwärtigen Asylpraxis auseinander. „Es ist unglaublich, wie viel Kosten und Energie hier verschwendet werden, damit Menschen nicht zusammenkommen.“

 

Als Zeichen des Aufeinanderzugehens bestritt Detlef Maresch auch völlig neue Wege. So verließ er bei der Predigt schon mal die Kanzel, was nicht sofort von „allen Gemeindemitgliedern verstanden „ worden sei. Auch dass er den Jugendlichen in seiner kirchlichen Gruppe das „Du“ anbot, sei zunächst bei vielen Gemeindemitgliedern auf Unverständnis gestoßen.

 

Dekan Keller dankte dem Jubilar für seinen langen Dienst in der evangelischen Kirche Hessen und Nassau. Ein großer Grund zur Freude und Dankbarkeit sei, dass der Jubilar nach seiner schweren Erkrankung wieder seinem Amt in der Kirche nachgehen könne.

 

Lang war die Liste der Verdienste von Detlef Maresch, die Erna Schmidt für den Rainröder Kirchenvorstand aufzählte. So habe sich der Jubilar mit großem Nachdruck für die Selbständigkeit der Rainröder Kirchengemeinde eingesetzt. Im Jahr 1985 sei im Stückweg das Pfarrhaus entstanden und Ende der 80er Jahre das ehemalige Rathaus nach intensiven Bemühungen Mareschs und mit viel Eigenleistungen der Gemeindemitglieder zum Gemeindehaus umgebaut worden. Diese Einrichtung sie auch heute noch der Mittelpunkt der Gemeinde.

 

Auch die Renovierung der Kirche hätte Detlef Maresch vorangetrieben. In Rainrod habe er auch einen Kindergottesdienst etabliert und sein besonderes Augenmerk habe immer auf der Integration ausländischer Kinder gelegen. Alles in allem habe man ihn als Pfarrer schätzen gelernt, der „auf andere zugeht und an deren Leben Anteil nimmt.“

 

Zu den vielen Gratulanten gehörten natürlich der große Kreis der Familie und Bekannten Detlef Mareschs, Probt Grün, das Schottener Pfarrerehepaar Silvia und Udo Hartmann, der neue Rainröder Pfarrer Peter Möser sowie das Schottener Stadtoberhaupt Hans Otto Zimmermann. Für die musikalische Umrahmung sorgten der Männergesangverein und der Gemischte Chor Rainrod unter der Leitung von Rosi Schön sowie der Posaunenschot aus Ulfa.

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